Scholz: Wir lie­fern, jetzt muss sich das Land NRW auch end­lich bewegen!

Düs­sel­dorf. Zu einem digi­ta­len Mei­nungs­aus­tausch rund um die finan­zi­el­le Lage der Kom­mu­nen hat­te die SGK NRW die sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den, (Ober-)Bürgermeisterinnen und Bür­ger­meis­ter und Land­rä­te ein­ge­la­den. In Rah­men einer inten­si­ven Online-Dis­kus­si­on mit den über ein­hun­dert haupt- und ehren­amt­li­chen Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rin­nen und Kom­mu­nal­po­li­ti­kern erläu­ter­te Olaf Scholz die aktu­el­le Lage im Bund und die finan­zi­el­len Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen, wel­che durch den Bund für die Kom­mu­nen erbracht werden.

Die gro­ße Unter­stüt­zung in der Coro­na-Zeit durch den Bund, wur­de von den SPD-Kom­mu­na­len aus­drück­lich gelobt, eben­so wie die dau­er­haf­te Ent­las­tung bei den Kos­ten der Unter­kunft (KdU). Kri­tik gab es an den zum Teil sehr büro­kra­tie­in­ten­si­ven För­der­pro­gramm, die zum Teil meh­re­re hun­dert Sei­ten schwe­re Antrags­do­ku­men­te erfor­dern. Man­che Kom­mu­ne ver­zich­tet daher sogar auf För­der­gel­der, weil die Büro­kra­tie- und Fol­ge­kos­ten die eigent­li­che För­der­sum­me übersteigen. 

Die För­der­pro­gram­me des Bun­des sind gut und ein wich­ti­ger Bau­stein in der kom­mu­na­len Finan­zie­rung, gera­de in den jetzt noch schwie­ri­ge­ren Zei­ten. Aller­dings sind sie teil­wei­se so auf­wen­dig zu fin­den und zu bean­tra­gen, dass viel Geld auf der Stra­ße lie­gen bleibt“, kom­men­tier­te Alfred Son­ders, Bür­ger-meis­ter der Stadt Als­dorf, die­sen Umstand. Scholz sicher­te zu, sich zukünf­tig noch inten­si­ver für die Ver­schlan­kung und Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung von För­der­pro­gram­men ein­zu­set­zen.
Ein wei­te­rer Schwer­punkt der Dis­kus­si­on war die Sicher­stel­lung der gleich­wer­ti­gen Lebens­ver­hält­nis­se in der Stadt und auf dem Land. Hier for­dern die Kom­mu­na­len wei­te­re kla­re Unter­stüt­zung von der Bun­des­re­gie­rung und vor allem end­lich Kon­zep­te durch Minis­ter­prä­si­dent Armin Laschet für NRW. 

Man merkt förm­lich, dass Herr Laschet kein Kon­zept hat. Das geht vor allem zu Las­ten der kom­mu­na­len Fami­lie“, stellt Frank Bara­now­ski, Vor­sit­zen­der der SGK NRW fest.

Selbst­kri­tisch stell­te Scholz fest, dass es in der aktu­el­len Legis­la­tur­pe­ri­ode kei­ne Lösung für die Alt­schul­den­pro­ble­ma­tik mehr geben wür­de. Die Anstren­gun­gen des Bun­des waren sehr inten­siv und stets lösungs­ori­en­tiert, aller­dings schei­ter­te es letzt­end­lich an der Unei­nig­keit der Länder. 

Seit vie­len Jah­ren kämp­fen wir für eine Lösung der Alt­schul­den­pro­ble­ma­tik, gemein­sam mit dem Finanz­mi­nis­ter. Bis­lang schei­tert eine Lösung aller­dings an der Ver­wei­ge­rungs­hal­tung der NRW-Lan­des­re­gie­rung. Herr Laschet muss und soll jetzt end­lich lie­fern, denn nur so bekom­men wir lang­fris­tig wie­der eine sta­bi­le Finan­zie­rung unse­rer Kom­mu­nen auf die Bei­ne gestellt“, stellt Frank Bara­now­ski abschlie­ßend fest.