Frank Bara­now­ski: NRW SPD muss mehr sein als Wahlkampfverein

Der Vor­sit­zen­de der Kom­mu­na­len in der SPD (SGK) in NRW, Frank Bara­now­ski, nimmt im Vor­feld des SPD-Lan­des­par­tei­ta­ges Stel­lung zur Vor­sit­zen­den­fra­ge: Die Fra­ge, wer wird Vorsitzender/​Vorsitzende der NRW SPD wird mir zu sehr ver­kürzt auf eine damit angeb­lich ver­bun­de­ne Vor­ent­schei­dung, wer Kandidat/​in für das Minis­ter­prä­si­den­ten­amt wer­den soll. 

Die­se Ver­knüp­fung ist unnö­tig und wird der aktu­el­len Situa­ti­on der NRW SPD nicht gerecht. Die SPD muss ihre Rol­le auf jeder Ebe­ne aus­fül­len: in der Kom­mu­ne, im Land, im Bund und in Europa.

Das Gesamt­pa­ket muss stim­men: Es braucht über­zeu­gen­de The­men, eine strin­gen­te Orga­ni­sa­ti­on der Par­tei und letzt­lich ein gutes Team! Wir müs­sen unse­re Par­tei fit für die Zukunft machen. Das ist die Dis­kus­si­on, die wir sehr viel inten­si­ver füh­ren müssen!

Die Par­tei ist in der Ver­gan­gen­heit schon viel zu häu­fig Anhäng­sel der Regie­rungs­ar­beit im Land gewe­sen. Sie darf jetzt nicht Anhäng­sel der Land­tags­frak­ti­on oder Mit­tel zu einer Vor­ent­schei­dung zur Spit­zen­kan­di­da­tur bei der nächs­ten Land­tags­wahl sein. Die nächs­te Wahl fin­det nicht in NRW, son­dern im Bund statt. Hier­bei wird es von emi­nen­ter Bedeu­tung, wel­che Rol­le NRW im Bund spielt.

Die zurück­lie­gen­den Wah­len haben gezeigt, dass die NRW SPD sowohl inhalt­lich als auch orga­ni­sa­to­risch die vol­le Auf­merk­sam­keit benö­tigt. Der Blick auf die Ergeb­nis­se der Kom­mu­nal­wahl zeigt: Die SPD war in den Städ­ten beson­ders erfolg­reich, in denen es gelun­gen ist, ein über­zeu­gen­des Zukunfts­bild zu ent­wi­ckeln. Glei­ches muss für die NRW SPD gel­ten. Wel­che Vor­stel­lung hat die Par­tei eigent­lich vom Leben und Arbei­ten im NRW des Jah­res 2040?

Eben­so bedarf die NRW SPD aber auch einer ziel­ge­rich­te­ten orga­ni­sa­to­ri­schen Weiterentwicklung.

Im Grun­de steckt die Par­tei immer noch in der nicht zu Ende geführ­ten Orga­ni­sa­ti­ons­re­form des dama­li­gen Lan­des­vor­sit­zen­den Franz Mün­te­fe­ring. Für die­se Debat­te gab es in der Regie­rungs­zeit kei­nen Raum und auch in seit der letz­ten Land­tags­wahl hat es in orga­ni­sa­to­ri­schen Fra­gen kei­ner­lei Wei­ter­ent­wick­lung gege­ben. Von den Ergeb­nis­sen ver­schie­de­ner Reform­ar­beits­grup­pen, die nach der letz­ten Land­tags­wahl ein­ge­setzt wur­den, ist bis heu­te lei­der kein Gebrauch gemacht worden.

Wir benö­ti­gen eine kri­ti­sche Auf­ar­bei­tung der Kam­pa­gnen­fä­hig­keit der Lan­des­par­tei und der ört­li­chen Par­tei­glie­de­run­gen und eine schlan­ke und schlag­kräf­ti­ge Organisation.

Alles dies erfor­dert die vol­le Auf­merk­sam­keit und kann nicht mal so neben­her erfolg­reich ange­gan­gen wer­den. Auch das muss Maß­stab für die Fra­ge sein, wer künf­tig die SPD in NRW erfolg­reich füh­ren wird!