Coro­na-Kri­se: Absturz der Kom­mu­nal­fi­nan­zen. Die Kom­mu­nen brau­chen einen Rettungsschirm

Frank Bara­now­ski, Vor­sit­zen­der der Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Gemein­schaft für Kom­mu­nal­po­li­tik (Bun­des-SGK) und Ober­bür­ger­meis­ter von Gel­sen­kir­chen, erklärt zur aktu­el­len Lage der Kom­mu­nal­fi­nan­zen in der Coro­na-Kri­se: Die Kom­mu­nen sind es, die den Staat am Lau­fen hal­ten. Sie leis­ten mit ihren Gesund­heits­äm­tern und kom­mu­na­len Kran­ken­häu­ser einen wich­ti­gen Bei­trag zur Bewäl­ti­gung der Kri­se, orga­ni­sie­ren den ÖPNV, stel­len den Men­schen sozia­le Diens­te vor Ort bereit und Vie­les mehr.

Die Coro­na-Kri­se führt die Welt in eine der größ­ten Rezes­sio­nen der Geschich­te. Es ist mit erheb­li­chen Steu­er­min­der­ein­nah­men der Kom­mu­nen zu rech­nen. Hin­zu kom­men Mehr­auf­wen­dun­gen bei Sozi­al­leis­tun­gen und den Leis­tun­gen im Gesund­heits­we­sen. Zudem bestehen Min­der­ein­nah­men in wich­ti­gen Berei­chen der Kom­mu­nal­wirt­schaft, durch feh­len­de Fahr­gas­t­ein­nah­men im ÖPNV, geschlos­se­ne Kul­tur­ein­rich­tun­gen, leer ste­hen­de Mes­sen. Aktu­el­le Schät­zun­gen des Deut­schen Städ­te­ta­ges gehen – je nach gesamt­wirt­schaft­li­cher Ent­wick­lung – von Mehr­be­las­tun­gen für die Kom­mu­nen zwi­schen 20 und 25 Mil­li­ar­den Euro für das lau­fen­de Jahr 2020 aus.

Es besteht ein aku­ter Hand­lungs­be­darf. Die Kom­mu­nen brau­chen einen Rettungsschirm!

Die Hand­lungs­fä­hig­keit der Kom­mu­nen in der Kri­se, die Inves­ti­ti­ons­fä­hig­keit der Kom­mu­nen in und nach der Kri­se müs­sen gesi­chert, ein sprung­haf­ter Anstieg der kom­mu­na­len Ver­schul­dung ver­mie­den werden.

Eine aus­rei­chen­de Liqui­di­tät der Kom­mu­nen muss durch­ge­hend sicher­ge­stellt sein. Die Kom­mu­nen dür­fen jetzt nicht in eine Neu­ver­schul­dung gejagt wer­den. Sonst wer­den schon mor­gen die Spar­kom­mis­sa­re eine neue Run­de von Spar­haus­hal­ten ein­for­dern. Statt not­wen­di­ge Inves­ti­tio­nen in die Zukunfts­fä­hig­keit zu täti­gen, müss­ten die­se ver­scho­ben und zurück­ge­nom­men wer­den. Der not­wen­di­gen Wie­der­an­kur­be­lung der Wirt­schaft wäre ein Bären­dienst erwiesen.

Bund und Län­der müs­sen Sofort­hil­fen für die Kom­mu­nen bereit­stel­len. Dazu gehört auch die Über­nah­me kom­mu­na­ler Alt­schul­den. Das bes­te Kon­junk­tur- und Inves­ti­ti­ons­pro­gramm, um die­ser Kri­se zu ent­kom­men, ist die Siche­rung der kom­mu­na­len Inves­ti­ti­ons­kraft“, so Baranowski.

Zu die­sem The­ma hat die Bun­des-SGK das Posi­ti­ons­pa­pier Ret­tungs­schirm für die Kom­mu­nen“ beschlos­sen: https://​www​.bun​des​-sgk​.de/​p​o​s​i​t​i​o​n​s​p​a​p​i​e​r​-​r​e​t​t​u​n​g​s​s​c​h​i​r​m​-​k​o​m​m​u​nen