NRW-Schul­cha­os: Schlecht durch­dach­te Ent­schei­dun­gen der Lan­des­re­gie­rung dür­fen nicht den Kom­mu­nen zur Last gelegt werden.

Der gest­ri­ge Auf­tritt von Minis­ter­prä­si­dent Armin Laschet (CDU) bei Anne Will in der ARD löst mas­si­ve Pro­tes­te der Kom­mu­nen in NRW aus. So kom­men­tiert der Vor­sit­zen­de der Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Gemein­schaft für Kom­mu­nal­po­li­tik, der größ­ten kom­mu­nal­po­li­ti­schen Ver­ei­ni­gung in NRW, Frank Bara­now­ski, die Aus­sa­gen des Minis­ter­prä­si­den­ten scharf: Die gest­ri­gen Äuße­run­gen von Herrn Laschet, die Kom­mu­nen hät­ten ihre Haus­auf­ga­ben bei der Schul­öff­nung nicht gemacht, sind schon dreist und gänz­lich unzu­tref­fend.“ Viel­mehr sei es nur dem enga­gier­ten Han­deln der Kom­mu­nen zu ver­dan­ken, dass die über­stürz­ten Schul­öff­nungs­plä­ne der Lan­des­re­gie­rung, die weit über die Ver­ein­ba­run­gen der Län­der und des Bun­des hin­aus­gin­gen, über­haupt ver­ant­wor­tungs­be­wusst umge­setzt wer­den konnten.

NRW-Minis­ter­prä­si­dent Armin Laschet zeig­te sich in der gest­ri­gen Sen­dung von Anne Will ver­wun­dert dar­über, dass die Kom­mu­nen die Schu­len im Lock­down angeb­lich nicht auf höhe­re Hygie­ne­stan­dards vor­be­rei­tet hät­ten. Er sieht die Schuld bei den jewei­li­gen Gemein­den, Städ­ten und Krei­sen als Schulträger.

Minis­ter­prä­si­dent Laschet ver­gisst, dass eine Ein­bin­dung der Kom­mu­nen bei der Wie­der­eröff­nung der Schu­len durch die Lan­des­re­gie­rung weit­ge­hend unter­blie­ben ist“, so Frank Bara­now­ski, Ober­bür­ger­meis­ter von Gelsenkirchen.

Unzäh­li­ge Kom­mu­nen haben in den ver­gan­ge­nen Wochen eine Ein­bin­dung in die Locke­rungs­plä­ne, ins­be­son­de­re bei der Pla­nung der Wie­der­eröff­nung der Schu­len, und die Ein­rich­tung eines Kri­sen­sta­bes auf Lan­des­ebe­ne mit kom­mu­na­ler Betei­li­gung gefor­dert. Die­se Appel­le jedoch blie­ben von Sei­ten der Lan­des­re­gie­rung unbe­ach­tet und unbe­ant­wor­tet“, erklärt Frank Bara­now­ski wei­ter. Auch die Bit­te, den Schu­len Zeit bis zum 27.04.2020 zu geben, hat die Lan­des­re­gie­rung ignoriert“

Die aktu­el­le Lan­des­spit­ze regiert per Pres­se­state­ments. Die­se sind jedoch kei­ne ver­läss­li­che Hand­lungs­grund­la­ge für Kom­mu­nen“, kri­ti­siert Bara­now­ski. So sei es nicht unge­wöhn­lich, dass die Kom­mu­nen nach State­ments in der Pres­se vie­le Stun­den, teils Tage auf eine recht­lich ver­bind­li­che Ver­ord­nung mit Ein­zel­be­stim­mun­gen war­ten müssen.

Jetzt den Kom­mu­nen den Schwar­zen Peter für die Ver­säum­nis­se der Lan­des­re­gie­rung zuzu­schie­ben, ist aus Sicht der SPD-Kom­mu­na­len unredlich.

Gel­sen­kir­chens Ober­bür­ger­meis­ter erwar­tet von der Lan­des­re­gie­rung nun end­lich ein koor­di­nier­tes und fak­ten­ba­sier­tes Vor­ge­hen bei der Bewäl­ti­gung der Coro­na­kri­se: Es ent­steht der Ein­druck, dass der par­tei­in­ter­ne Wahl­kampf von Armin Laschet eher das Vor­ge­hen der Lan­des­re­gie­rung bestimmt, als Hin­wei­se der Viro­lo­gen oder aus den Kommunen.“