Alt­schul­den: Laschet lehnt sich zurück und lässt Kom­mu­nen im Stich!

Zur Äuße­rung des NRW-Minis­ter­prä­si­den­ten, dass das Land NRW in vol­lem Umfang an die­sem Pro­jekt mit­wir­ken wird, wenn ein natio­na­ler Kon­sens aller 16 Bun­des­län­der besteht“, erklärt der Vor­sit­zen­de der SPD-Kom­mu­na­len (SGK-NRW) und Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Gel­sen­kir­chen, Frank Baranowski:

Wenn der Minis­ter­prä­si­dent erklärt, er wer­de erst tätig, wenn Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz einen bun­des­wei­ten Kon­sens her­ge­stellt hat, ver­kennt der Herr Laschet sei­ne Auf­ga­be. Die lan­ge über­fäl­li­ge Über­nah­me der Alt­schul­den durch den Bund und das Land hat erheb­li­che Bedeu­tung für die finan­zi­el­le Hand­lungs­fä­hig­keit unse­rer Städ­te und Gemein­den. Wie kann es sein, dass der Minis­ter­prä­si­dent nicht selbst bei sei­nen Amts­kol­le­gin­nen und ‑kol­le­gen der Bun­des­län­der um eine schnel­le Lösung wirbt? Sind ihm die Inter­es­sen der nord­rhein-west­fä­li­schen Kom­mu­nen egal?“

Mit der Alt­schul­den­über­nah­me hät­ten nord­rhein-west­fä­li­sche Kom­mu­nen bereits im Jahr 2018 rund 860 Mil­lio­nen Euro Spiel­raum in den kom­mu­na­len Haus­hal­ten ermöglicht.

Trotz guter kon­junk­tu­rel­ler Lage und his­to­risch nied­ri­ge Zin­sen, befin­den sich vie­le Kom­mu­nen in Nord­rhein-West­fa­len in einer schwie­ri­gen finan­zi­el­len Situa­ti­on. Der Stand der Kas­sen­kre­di­te betrug Ende 2018 rund 23,1 Mil­li­ar­den Euro. Um Kom­mu­nen in die Lage zu ver­set­zen ihren Auf­ga­ben nach­zu­kom­men und sich für die Zukunft auf­zu­stel­len, muss die Über­nah­me der Alt­schul­den durch Bund und Land end­lich ver­bind­lich gere­gelt wer­den. Dar­über hin­aus muss die finan­zi­el­le Gesamt­aus­stat­tung auf ein der Auf­ga­ben­last der Kom­mu­nen ange­mes­se­nes Niveau ange­ho­ben und die Sozi­al­las­ten anders ver­teilt wer­den. Die Zuwei­sun­gen des Lan­des an die Kom­mu­nen müs­sen nun end­lich erhöht wer­den. Dazu muss der Ver­bund­satz – das ist der Anteil der Kom­mu­nen an den Steu­er­ein­nah­men des Lan­des – schritt­wei­se bis zum Ende der Legis­la­tur­pe­ri­ode auf 25 % zu erhö­hen, ergänzt Bara­now­ski abschließend.“