Bara­now­ski: Ein guter Tag für die Demokratie!

Die heu­ti­ge Ent­schei­dung des Ver­fas­sungs­ge­richts­ho­fes ist ein Sieg für die kom­mu­na­le Demo­kra­tie und ein kla­res Signal gegen die will­kür­li­che Macht­po­li­tik von Minis­ter­prä­si­dent Laschet und sei­ner Koali­ti­on aus CDU und FDP“, erklärt Frank Bara­now­ski, Vor­sit­zen­der der SGK NRW und Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Gelsenkirchen.

Die SGK NRW begrüßt die heu­ti­ge Ent­schei­dung des Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs NRW gegen die Abschaf­fung der Stich­wahl bei den (Ober-)bürgermeister- und Land­rats­wah­len. Die vom Land­tag beschlos­se­ne Abschaf­fung der Stich­wahl ist damit für die Kom­mu­nal­wah­len 2020 vom Tisch!

Wir brau­chen mehr Demo­kra­tie, nicht weniger!

In einem völ­lig über­has­te­ten Ver­fah­ren woll­ten sich Minis­ter­prä­si­dent Laschet und die Koali­ti­on aus CDU und FDP mehr Macht in den Rat­häu­sern des Lan­des sichern. Dem hat der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof einen deut­li­chen Rie­gel vor­ge­scho­ben. Minis­ter­prä­si­dent Laschet muss sich und sei­ner Regie­rungs­ko­ali­ti­on nun höchst­rich­ter­lich attes­tie­ren las­sen, dass eine poli­ti­sche Mehr­heit das Wahl­recht nicht ver­bie­gen kann, wie es ihr beliebt.

Der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof hat jetzt sicher­ge­stellt, dass sich die gewähl­ten Spit­zen der Gemein­den, Städ­te und Krei­se in ihrem Amt auf eine brei­te Basis bei den Wäh­le­rin­nen und Wäh­lern stüt­zen kön­nen. Damit ist aus­ge­schlos­sen, dass ein Bür­ger­meis­ter oder eine Bür­ger­meis­te­rin mit 30 % oder weni­ger der Wäh­ler­stim­men im ers­ten Wahl­gang ins Amt geho­ben wird“, so Frank Bara­now­ski weiter.

Den­noch merkt Frank Bara­now­ski an, dass es wei­ter­hin eine zen­tra­le Auf­ga­be aller poli­ti­schen Ebe­nen sei, gera­de die Kom­mu­nal­po­li­tik in den Fokus zu rücken. Denn hier wür­den die Ent­schei­dun­gen getrof­fen, die die Men­schen vor Ort direkt betref­fen und hier kön­nen die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger mit­ge­stal­ten durch poli­ti­sches Enga­ge­ment und durch eine hohe Wahl­be­tei­li­gung bei den Kom­mu­nal­wah­len am 13. Sep­tem­ber 2020 und dann zwei Wochen spä­ter auch in der Stichwahl.

Kom­mu­nal­po­li­tik ist die Basis unse­rer Städ­te- und Gemein­den. Hier kön­nen und wol­len wir Demo­kra­tie leben und das kön­nen wir nur, wenn eine brei­te Basis an Wäh­ler­in­nern und Wäh­lern hin­ter den Bür­ger­meis­te­rin­nen und Bür­ger­meis­tern und den tau­sen­den von ehren­amt­li­chen enga­gier­ten Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rin­nen und Kom­mu­nal­po­li­ti­kern steht. Die­se Grund­la­ge hat das Gericht nun gesi­chert“, ergänzt Frank Bara­now­ski abschließend.

Hin­ter­grund:

Die Stich­wah­len wur­den erst­ma­lig im Jahr 1994 ein­ge­führt und haben sich bewährt. 2007 schaff­ten CDU und FDP sie ab. Die rot-grü­ne Min­der­heits­re­gie­rung erreich­te, dass sie 2011 mit den Stim­men der Lin­ken und der FDP – die sie jetzt wie­der abschaf­fen will – wie­der ein­ge­führt wur­de. Hin­ter­grund war, dass bei der Kom­mu­nal­wahl 2009 in eini­gen Kom­mu­nen Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten mit weni­ger als einem Drit­tel aller Stim­men gewählt wur­den. Die nied­ri­gen Stim­men­an­tei­le der Wahl­sie­ger gewähr­leis­te­ten kei­nen aus­rei­chen­den Rück­halt durch die Wählerschaft.