Bara­now­ski: Schluss­fol­ge­run­gen des Bun­des­ka­bi­netts zur Arbeit der Regie­rungs­kom­mis­si­on Gleich­wer­ti­ge Lebens­be­din­gun­gen in Deutschland“

Frank Bara­now­ski, Vor­sit­zen­der der Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Gemein­schaft für Kom­mu­nal­po­li­tik (Bun­des-SGK) und Ober­bür­ger­meis­ter von Gel­sen­kir­chen, erklärt zur aktu­el­len Debat­te über gleich­wer­ti­ge Lebens­be­din­gun­gen in Deutsch­land: Es ist gut, dass durch die Arbeit der Kom­mis­si­on deut­lich gemacht wer­den konn­te, wie groß und wie stark die regio­na­len Unter­schie­de in Deutsch­land sind, wenn es um die Rah­men­be­din­gun­gen der Kom­mu­nen geht, gleich­wer­ti­ge Lebens­be­din­gun­gen für alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu gewährleisten. 

Das wird durch die Ergeb­nis­se der Ber­tels­mann-Stif­tung zur Situa­ti­on der kom­mu­na­len Finan­zen noch ein­mal ver­deut­licht. Offen­sicht­lich rei­chen die bestehen­den Aus­gleichs­sys­te­me von Bund und Län­dern nicht aus, um eine ent­schei­den­de Trend­wen­de beim Abbau von Dis­pa­ri­tä­ten ein­zu­lei­ten. Statt­des­sen wer­den die Unter­schie­de zwi­schen den Regio­nen immer grö­ßer. Beson­ders deut­lich wird die­ses bei der Fra­ge der kom­mu­na­len Ver­schul­dung: Aus Sicht des Bun­des sind die hohen kom­mu­na­len Kas­sen­kre­di­te in eini­gen Regio­nen Deutsch­lands das rele­van­te Problem.“

Lei­der konn­te sich das Bun­des­ka­bi­nett nicht dar­auf ver­stän­di­gen, kon­kre­te Maß­nah­men zu benen­nen, wie die­sen Kom­mu­nen auch durch den Bund gehol­fen wer­den kann. So blei­ben die Aus­sa­gen schwam­mig, wenn es im heu­te vor­ge­leg­ten Bericht heißt: Der Bund kann einen Bei­trag leis­ten, wenn es einen natio­na­len poli­ti­schen Kon­sens gibt, den betrof­fe­nen Kom­mu­nen ein­ma­lig gezielt zu helfen.“

Jetzt gilt es kon­kret zu wer­den! Des­halb müs­sen fol­gen­de For­de­run­gen anläss­lich der vor­ge­leg­ten Schluss­fol­ge­run­gen und ihren Ver­spre­chun­gen umso deut­li­cher aus­ge­spro­chen werden:

  1. Wir for­dern die Kon­kre­ti­sie­rung der Alt­schul­den­hil­fe des Bundes!
  2. Wir for­dern wei­ter­rei­chen­de struk­tu­rel­le Maß­nah­men zur Ent­las­tung kom­mu­na­ler Finan­zen durch hohe Sozi­al­aus­ga­ben (z.B durch höhe­re Bun­des­be­tei­li­gung an den KdU)!
  3. Wir for­dern eine deut­lich stär­ke­re Berück­sich­ti­gung der struk­tur­schwa­chen Regio­nen in einem gesamt­deut­schen Fördersystem!
  4. Wir for­dern neben qua­li­ta­ti­ven Ver­bes­se­run­gen deut­lich mehr Mit­tel für die Struk­tur­för­de­rung der Gemein­schafts­auf­ga­ben im Bundeshaushalt!