Bara­now­ski: Kom­mu­nen erwar­ten ver­läss­li­che Unter­stüt­zung von Land und Bund bei der Flüchtlingsfinanzierung

Die Kom­mu­nen in NRW leh­nen die Plä­ne von Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz zur Flücht­lings­fi­nan­zie­rung ab. Der Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter plant, die Kos­ten­er­stat­tung für die Kom­mu­nen zur Flücht­lings­in­te­gra­ti­on zu pau­scha­lie­ren und in den nächs­ten Jah­ren deut­lich abzusenken. 

Die Inte­gra­ti­on der nach Deutsch­land geflüch­te­ten Men­schen bleibt auch in den nächs­ten Jah­ren eine Mam­mut­auf­ga­be für die Städ­te und Gemein­den. Dar­um erwar­ten wir dau­er­haf­te und aus­rei­chen­de Finan­zie­rungs­zu­sa­gen von Land und Bund“, so Frank Baranowski.

Die Kom­mu­nen rech­nen auch in den nächs­ten Jah­ren mit hohen Aus­ga­ben für die Inte­gra­ti­on und Ver­sor­gung von Asyl­be­wer­bern, aner­kann­ten Flücht­lin­gen sowie gedul­de­ten Flücht­lin­gen. Sei es durch die Kos­ten für dazu neu zu schaf­fen­dem Wohn­raum, für Sprach­kur­se oder die Inte­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in den Arbeits­markt. Des­halb sei es unver­zicht­bar, dass Land und Bund den Löwen­an­teil bei der Kos­ten­fi­nan­zie­rung übernehmen.

Im Koali­ti­ons­ver­trag ist fest­ge­hal­ten, dass der Bund die Län­der und Kom­mu­nen bei den Flücht­lings­kos­ten mit ins­ge­samt 8 Mrd. Euro bis 2021 ent­las­tet. Der Bund steht zu sei­ner Zusa­ge des Koali­ti­ons­ver­tra­ges. Aller­dings sind 2019 beim Bund schon bereits ca. 4,2 Mrd. Euro für die Hil­fen an Län­der und Kom­mu­nen ver­plant, so dass noch knapp 3,8 Mrd. Euro für die Jah­re 2020 und 2021 zur Ver­fü­gung stehen.

Trotz­dem erwar­ten wir Kom­mu­na­len, dass das gemein­sa­me Bekennt­nis zur Kon­ne­xi­tät des Koali­ti­ons­ver­tra­ges von CDU/CSU und SPD ein­ge­hal­ten wird und wenn die Aus­ga­ben auf kom­mu­na­ler Sei­te stei­gen, müs­sen auch die Erstat­tun­gen stei­gen“, so Baranowski.

Für völ­lig dane­ben“ hält Bara­now­ski das Ver­hal­ten von Minis­ter­prä­si­dent Armin Laschet, der sich laut­stark mit Kri­tik am Bund zu Wort mel­det. Wenn Minis­ter­prä­si­dent Laschet nun öffent­lich die Backen auf­bläst und den Bund kri­ti­siert, will er ganz offen­kun­dig nur von sei­nen eige­nen Ver­säum­nis­sen in NRW ablenken.“

Das Land selbst wird sei­ner Ver­ant­wor­tung zur Mit­fi­nan­zie­rung der Flücht­lings­kos­ten nicht gerecht: Bereits im Dezem­ber 2015 haben Land und kom­mu­na­le Spit­zen­ver­bän­de ver­ein­bart, die tat­säch­li­chen Kos­ten für die Unter­brin­gung und Ver­sor­gung von Flücht­lin­gen gut­ach­ter­lich erhe­ben zu las­sen. Die­ses Gut­ach­ten liegt bereits seit mehr als sechs Mona­ten vor und bis­her gibt es kein kon­kre­tes Ange­bot des Lan­des an die Kom­mu­nen zu einer höhe­ren Kostenbeteiligung.

Für den Vor­sit­zen­den der SPD-Kom­mu­na­len stel­len sich der­zeit vie­le offe­ne Fra­gen: Wo bleibt die ver­spro­che­ne Anpas­sung der Höhe und Aus­ge­stal­tung der Flücht­lings­pau­scha­le? Wann bekennt sich das das Land zu sei­ner Mit­fi­nan­zie­rungs­ver­ant­wor­tung bei gedul­de­ten Flücht­lin­gen? War­um wirkt der voll­mun­dig ange­kün­dig­te Flücht­lings­stu­fen­plan´ der Lan­des­re­gie­rung nicht?“

Immer noch wer­den den Kom­mu­nen Flücht­lin­ge zuge­wie­sen, die nach dem Stu­fen­plan der Lan­des­re­gie­rung nicht mehr zuge­wie­sen wer­den sol­len (zB. Dub­lin-Flücht­lin­ge“).

Herr Laschet, machen Sie end­lich Ihren Job in Düs­sel­dorf, bevor Sie die Arbeit ande­rer bewer­ten“, so Frank Bara­now­ski abschließend.