Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zur Grund­steu­er – Siche­rung des Auf­kom­mens hat Priorität

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die Ein­heits­be­wer­tung des Grund­ver­mö­gens in den alten Bun­des­län­dern ab dem Stich­tag 1. Janu­ar 2002 für ver­fas­sungs­wid­rig erklärt. Die­se Ein­heits­wer­te füh­ren heu­te zu gro­ßen Unge­rech­tig­kei­ten bei der Bemes­sung der Grund­steu­er. Wir wer­den das Urteil nun gründ­lich ana­ly­sie­ren. Ent­schei­dend ist, dass das Ver­fas­sungs­ge­richt nicht die Steu­er selbst, son­dern ledig­lich ihre der­zei­ti­ge Berech­nungs­ba­sis ver­wor­fen hat.

Im Koali­ti­ons­ver­trag haben wir zen­tra­le Grund­prin­zi­pi­en für die Reform der Grund­steu­er ver­ab­re­det. Für die SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on besteht das wich­tigs­te Ziel dar­in, die Grund­steu­er mit ihrem Auf­kom­men von der­zeit rund 14 Mil­li­ar­den Euro im Jahr als ver­läss­li­che Ein­nah­me­quel­le der Städ­te und Gemein­den zu sichern.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat klar gemacht, dass bis Ende 2019 ein neu­es Gesetz ver­ab­schie­det sein muss; die Neu­re­ge­lung muss spä­tes­tens ab 2025 grei­fen. Durch die Vor­ar­beit des Bun­des­ra­tes sind wir zuver­sicht­lich, in die­sem Rah­men eine fun­dier­te Reform umset­zen zu kön­nen, die die bestehen­den Unge­rech­tig­kei­ten abstellt und das Auf­kom­men für die Kom­mu­nen erhält. Wir begrü­ßen, dass das Ver­fas­sungs­ge­richt die Bun­des­kom­pe­tenz für die Grund­steu­er nicht in Fra­ge gestellt hat.

Wir wer­den nun gemein­sam mit Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz, unse­rem Koali­ti­ons­part­ner und den Län­dern zügig einen trag­fä­hi­gen Reform­vor­schlag aus­ar­bei­ten. Durch das Urteil wird sich nun auch die CSU bewe­gen müs­sen, die sich in Sachen Reform bis­her quer gestellt hat­te. Untä­tig­keit kön­nen wir uns nicht wei­ter leis­ten. Ein Weg­fall der Grund­steu­er wür­de die kom­mu­na­le Daseins­vor­sor­ge bedro­hen und das bun­des­staat­li­che Finan­zie­rungs­sys­tem ins­ge­samt in gro­ße Schwie­rig­kei­ten bringen.“