Die Steu­er­sen­kungs­plä­ne der Kanz­le­rin tref­fen vor allem finanz­schwa­che Kommunen

Die Steu­er­sen­kungs­plä­ne der Kanz­le­rin tref­fen vor allem finanz­schwa­che Kom­mu­nen. Die ange­kün­dig­ten För­der­pro­gram­me sind auf Drän­gen der SPD längst Tatsache.
Wenn Ange­la Mer­kel in trau­ter Har­mo­nie mit Wolf­gang Schäub­le Steu­er­sen­kun­gen in Höhe von 15 Mil­li­ar­den Euro ankün­digt, soll­te sie auch sagen, wem sie die Ein­nah­men weg­nimmt: Den Städ­ten und Gemein­den! In der letz­ten schwarz-gel­ben Bun­des­re­gie­rung waren die Kom­mu­nen bereits Leid­tra­gen­de von Steu­er­ge­schen­ken à la Hotel-Steu­er („Möven­pick-Steu­er“). Damals wur­de die Umsatz­steu­er auf Hotel­über­nach­tun­gen von 19 Pro­zent auf sie­ben Pro­zent gesenkt, was bei den Kom­mu­nen zu mas­si­ven Ein­nah­me­aus­fäl­len geführt hat. In der Gro­ßen Koali­ti­on hat die SPD maß­geb­lich dafür gesorgt, dass die Kom­mu­nen die not­wen­di­gen Hil­fen des Bun­des erhal­ten. Das von Mer­kel ange­kün­dig­te 7 Mil­li­ar­den Euro För­der­pro­gramm ist zur Hälf­te bereits beschlos­sen und zur zwei­ten Hälf­te Teil der Bund-Län­der-Ver­ein­ba­run­gen. Die­ses Geld soll aus­schließ­lich für die Schu­len und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen bestimmt sein. Dafür hat die SPD gesorgt. Auch das Kon­zept eines gesamt­deut­schen För­der­sys­tems stammt vom ehe­ma­li­gen Wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Gabriel.
Für den Fall, dass die Sta­bi­li­sie­rung der Kom­mu­nal­fi­nan­zen nicht fort­ge­setzt wird, ste­hen unse­re Städ­te und Gemein­den vor unlös­ba­ren Auf­ga­ben. Wenn nun Steu­er­sen­kun­gen als übli­ches CDU-Wahl­ver­spre­chen ange­kün­digt wer­den, müs­sen auch die Fol­gen klar sein. Eine Steu­er­sen­kung von 15 Mil­li­ar­den Euro, so illu­so­risch das ist, wür­de allei­ne bei den Kom­mu­nen in NRW zu einem jähr­li­chen Steu­er­aus­fall von 750 Mil­lio­nen Euro füh­ren. Das kön­nen die Kom­mu­nen nicht ver­kraf­ten. Kei­ne Lan­des­re­gie­rung kann so etwas ausgleichen. 
Um unse­re Infra­struk­tur zu erhal­ten und die bes­te Bil­dung in unse­ren Städ­ten und Gemein­den zu sichern, brau­chen wir Ent­las­tun­gen von den Sozi­al­aus­ga­ben und Alt­schul­den sowie eine Stär­kung der Inves­ti­ti­ons­kraft. Steu­er­aus­fäl­le in drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­grö­ße machen die Plä­ne von Schul­sa­nie­run­gen, Erhalt von Brü­cken und Stra­ßen etc. zunich­te. Die Steu­er­ver­spre­chen von Mer­kel und Schäub­le sind letzt­lich Belas­tun­gen, die die Men­schen vor Ort spü­ren werden.