60 Jah­re Römi­sche Ver­trä­ge bedeu­ten für NRW Ver­pflich­tung und Ansporn zugleich

Am 25. März 2017 wird Euro­pa 60: Mit den Römi­schen Ver­trä­gen von 1957 wur­de der Vor­läu­fer der EU, die Euro­päi­sche Wirt­schafts­ge­mein­schaft, von den Grün­dungs­mit­glie­dern Deutsch­land, Frank­reich, Ita­li­en und den BeNe­Lux-Staa­ten ins Leben geru­fen. Euro­pa­mi­nis­ter Franz-Josef Lersch-Mense: Nord­rhein-West­fa­len liegt im Her­zen Euro­pas, unse­re Regi­on ist die größ­te in der EU und so eng wie kaum eine ande­re mit ihren euro­päi­schen Nach­barn ver­bun­den. Sie pro­fi­tiert nicht nur in erheb­li­chem Maße in wirt­schaft­li­cher und kul­tu­rel­ler Hin­sicht, auch aus dem kon­kre­ten All­tag sind die offe­nen Gren­zen zum Bei­spiel in die Nie­der­lan­de nicht mehr weg­zu­den­ken. 60 Jah­re Römi­sche Ver­trä­ge – die­ses Jubi­lä­um ist für NRW gera­de in Kri­sen­zei­ten Ver­pflich­tung und Ansporn zugleich, sich für die­ses Euro­pa stark zu machen, das uns mehr als 70 Jah­re eine sta­bi­le Ent­wick­lung in Frie­den, Frei­heit und Wohl­stand ermög­licht hat.“ 
Als eine der bedeu­tends­ten Wirt­schafts­re­gio­nen Euro­pas erwirt­schaf­tet Nord­rhein-West­fa­len 4,4 Pro­zent des euro­päi­schen Brut­to­in­lands­pro­dukts. Die enge wirt­schaft­li­che Ver­flech­tung des Bun­des­lan­des mit der EU zeigt die Han­dels­bi­lanz: 66 Pro­zent der nord­rhein-west­fä­li­schen Expor­te gehen in die Mit­glieds­staa­ten der EU, bun­des­weit sind es 59 Pro­zent. Wich­tigs­ter Han­dels­part­ner sowohl bei den Ein- wie auch den Aus­fuh­ren sind die Nie­der­lan­de, aber auch Frank­reich und Bel­gi­en sind wich­ti­ge Partner. 
Auch auf loka­ler Ebe­ne enga­giert sich Nord­rhein-West­fa­len stark für Euro­pa: Mehr als 200 Euro­pa­schu­len – so vie­le wie in kei­nem ande­ren Bun­des­land – berei­ten Schü­le­rin­nen und Schü­ler aller Schul­for­men in NRW auf eine zuneh­mend inter­na­tio­nal gepräg­te Zukunft vor. 41 von der Lan­des­re­gie­rung aus­ge­zeich­ne­te Euro­pa­ak­ti­ve Kom­mu­nen“ und mehr als 800 Städ­te­part­ner­schaf­ten leben den Euro­pa­ge­dan­ken vor Ort. Über Län­der­gren­zen hin­weg arbei­ten die Ver­wal­tun­gen in Nord­rhein-West­fa­len eng mit den nie­der­län­di­schen Pro­vin­zen und den Regio­nen und Gemein­schaf­ten Bel­gi­ens im Rah­men der Bene­lux-Koope­ra­ti­on und den Eure­gi­os zusam­men. Im regio­na­len Wei­ma­rer Drei­eck sind die Part­ner­pro­vin­zen Schle­si­en in Polen und Hauts-de-Fran­ce in Nord­frank­reich eng mit NRW vernetzt. 
Minis­ter Lersch-Mense: Das Jubi­lä­um der Römi­schen Ver­trä­ge ist ein Anlass, uns die Errun­gen­schaf­ten Euro­pas deut­lich vor Augen zu füh­ren: Nach­dem sich die Völ­ker Euro­pas über Jahr­hun­der­te auf den Schlacht­fel­dern gegen­über­tra­ten, sit­zen ihre Regie­run­gen nun gemein­sam am Ver­hand­lungs­tisch. Mit EU-Gel­dern wer­den zum Bei­spiel grenz­über­schrei­ten­de Job­bör­sen geför­dert, die Men­schen erleich­tern, im Nach­bar­land zu arbei­ten – wie hier in NRW mit den Nach­barn in Bel­gi­en und den Nie­der­lan­den. Die rea­le Wirt­schafts­leis­tung der Grün­der­staa­ten hat sich in den 60 Jah­ren mehr als ver­drei­facht. Kei­ne Regi­on auf der Welt hat es wie wir geschafft, wirt­schaft­li­chen Erfolg und sozia­len Zusam­men­halt im Sin­ne einer sozia­len Markt­wirt­schaft zu vereinen.“ 
Der Minis­ter warn­te davor, die­se Errun­gen­schaf­ten als selbst­ver­ständ­lich hin­zu­neh­men: Sonst besteht die Gefahr, dass nur noch die lau­ten Stim­men der EU-Geg­ner Gehör fin­den. Nie­mand behaup­tet, dass die Euro­päi­sche Uni­on per­fekt ist. Wir müs­sen dar­über dis­ku­tie­ren, wie Ent­schei­dun­gen für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger trans­pa­ren­ter wer­den kön­nen und das euro­päi­sche Par­la­ment gestärkt wer­den kann. Wir müs­sen inten­si­ver prü­fen, was die gan­ze EU gemein­sam regeln muss und wo die ein­zel­nen Län­der und Regio­nen die Kom­pe­tenz behal­ten für das, was nicht über­all in Euro­pa gleich sein muss.“ 
Der Minis­ter lob­te aus­drück­lich das Enga­ge­ment der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger Nord­rhein-West­fa­lens, die sich – im Beruf oder pri­vat – für Euro­pa ein­set­zen: Leh­re­rin­nen und Leh­rer, Ehren­amt­li­che in Ver­ei­nen und Ver­bän­den aber auch Fami­li­en und Kom­mu­nen leis­ten einen unschätz­ba­ren Bei­trag, um den euro­päi­schen Gedan­ken mit Leben zu fül­len. Ganz beson­ders freut mich, dass seit kur­zem jeden Sonn­tag Tau­sen­de auf die Stra­ße gehen und sich für die euro­päi­sche Eini­gung ein­set­zen. Unter dem Mot­to Pul­se of Euro­pe‘ demons­trie­ren Men­schen in fast 50 Städ­ten euro­pa­weit und in NRW bei­spiels­wei­se in Köln, Aachen, Essen, Düs­sel­dorf, Dort­mund, Müns­ter und Bonn für Euro­pa. Ich wer­de am Sams­tag am March for Euro­pe‘ in der Düs­sel­dor­fer Alt­stadt teil­neh­men, um gemein­sam mit vie­len Bür­ge­rin­nen und Bür­gern ein Zei­chen für ein offe­nes und demo­kra­ti­sches Euro­pa zu setzen.“