Lan­des­re­gie­rung inves­tiert in Bil­dung, Sicher­heit, Flücht­lings­in­te­gra­ti­on und bes­se­ren Bürgerservice

Die Lan­des­re­gie­rung will in ihrem Beschluss zum Haus­halt für 2017 die Neu­ver­schul­dung auf 1,6 Mil­li­ar­den Euro sen­ken – 200 Mil­lio­nen Euro weni­ger als im Jahr 2016 geplant sind. Nach der zugleich beschlos­se­nen Mit­tel­fris­ti­gen Finanz­pla­nung soll der Kre­dit­be­darf bis 2019 bereits auf einen mitt­le­ren zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag sin­ken und damit auf 0,09 Cent von jedem aus­ge­ge­ben Euro. Ab 2020 kön­nen Schul­den in Höhe von rund einer Mil­li­ar­de Euro getilgt wer­den.
 
Wir wer­den pünkt­lich die gesetz­li­che Schul­den­brem­se ein­hal­ten und ab 2020 mit der Til­gung von Kre­di­ten begin­nen. Auf dem Weg dahin wer­den wir mit Kaputt­spa­ren nicht unse­re Zukunfts­fä­hig­keit ver­spie­len: Wir inves­tie­ren wei­ter in wich­ti­ge Zukunfts­fel­der wie Bil­dung, Inklu­si­on in den Schu­len, Sicher­heit, Infra­struk­tur, Bür­ger­ser­vice und in die Inte­gra­ti­on der Flücht­lin­ge“, sag­te Finanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­ter-Bor­jans. Die zusätz­li­chen Leis­tun­gen für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger kön­nen wir nur erfül­len, wenn dafür aus­rei­chend Per­so­nal zur Ver­fü­gung steht und das bedeu­tet auch neue Stel­len in die­sen Berei­chen. Zugleich sen­ken wir Schritt für Schritt die Kre­dit­auf­nah­me bis auf Null. Mit die­ser Balan­ce schaf­fen wir nach­hal­ti­ge und ver­ant­wor­tungs­vol­le Finanz­po­li­tik.“
 
Die Lan­des­re­gie­rung rech­net im kom­men­den Jahr mit Aus­ga­ben von 72,3 Mil­li­ar­den Euro (plus 3,3 Pro­zent). In den Mehr­aus­ga­ben sind für den Bereich der Schul- und Wei­ter­bil­dung im Ver­gleich zum Vor­jahr (Stand: Ent­wurf 2. Nach­trag 2016) rund 505 Mil­lio­nen Euro ent­hal­ten, mit denen unter ande­ren 1.767 neue Leh­rer­stel­len finan­ziert wer­den, die vor allem für Ver­bes­se­run­gen bei der Inklu­si­on sor­gen sol­len. Bei­spiels­wei­se wer­den die Stel­len­bud­gets für Lern- und Ent­wick­lungs­stö­run­gen und für das gemein­sa­me Ler­nen von behin­der­ten und nicht­be­hin­der­ten Kin­dern und Jugend­li­chen auf­ge­stockt. Mit die­sen zusätz­li­chen Stel­len inves­tie­ren wir erneut in die Umset­zung der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on und steu­ern – wie ver­spro­chen – nach. Das gilt auch für die Stel­len, mit denen wir den wei­te­ren Erfor­der­nis­sen bei der Beschu­lung von Geflüch­te­ten Rech­nung tra­gen. Wir inves­tie­ren in die Zukunft der jun­gen Genera­ti­on und damit in die Zukunft des Lan­des“, sag­te Schul­mi­nis­te­rin Syl­via Löhr­mann. Ins­ge­samt stei­gert die Lan­des­re­gie­rung die Aus­ga­ben im gesam­ten Bil­dungs­be­reich 2017 um 950 Mil­lio­nen Euro auf 29 Mil­li­ar­den Euro. Für die Ver­sor­gung und Inte­gra­ti­on von Flücht­lin­gen stellt das Land im kom­men­den Jahr ins­ge­samt rund 4,1 Mil­li­ar­den Euro bereit.
 
Ein wei­te­rer Inves­ti­ti­ons­schwer­punkt der Lan­des­re­gie­rung bleibt die Inne­re Sicher­heit. Dafür sind im Haus­halts­plan rund 4,2 Mil­li­ar­den Euro ver­an­schlagt – 375 Mil­lio­nen Euro mehr als im ver­gan­ge­nen Jahr. Das Innen­mi­nis­te­ri­um wird 2017 mit 699 neu­en Stel­len die Poli­zei ver­stär­ken. Die Rekord­zahl in der Aus­bil­dung von 2.000 Poli­zei­an­wär­tern zeigt, dass das Land auch per­spek­ti­visch die Sicher­heit der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ver­bes­sert. Die­se Aus­bil­dungs­stär­ke soll bis 2023 bei­be­hal­ten wer­den. Lang­fris­tig strebt das Land eine Per­so­nal­stär­ke von 41.000 Stel­len bei der Poli­zei an. Das zeigt: Die­se Lan­des­re­gie­rung sorgt für die Sicher­heit der Men­schen in NRW“, sag­te Innen­mi­nis­ter Ralf Jäger.
 
Zur Ver­bes­se­rung der Infra­struk­tur inves­tiert die Lan­des­re­gie­rung 173 Mil­lio­nen (plus 4,5 Pro­zent) Euro in die Erhal­tung der Lan­des­stra­ßen. Für den Hoch­was­ser­schutz stellt sie im kom­men­den Jahr 90 Mil­lio­nen Euro bereit – 18 Mil­lio­nen Euro oder 25 Pro­zent mehr als 2016.
 
In der Finanz­ver­wal­tung setzt das Land auf mehr Bür­ger­ser­vice. Dazu wer­den 120 Stel­len zur Moder­ni­sie­rung der Steu­er­be­hör­de und 250 zusätz­li­che Aus­bil­dungs­plät­ze geschaf­fen. Damit kom­men wir unse­rem Ziel, die bür­ger­freund­lichs­te Finanz­ver­wal­tung Deutsch­lands zu wer­den, wie­der ein gro­ßes Stück näher“, sag­te Finanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­ter-Bor­jans.
 
Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um schafft außer­dem 50 Arbeits­plät­ze in der ordent­li­chen und der Fach­ge­richts­bar­keit und 50 zusätz­li­che Stel­len für eine wei­te­re Digi­ta­li­sie­rung der Jus­tiz­ver­wal­tung. Damit kön­nen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern künf­tig zum Bei­spiel ihre Gerichts­ak­ten am Com­pu­ter zuhau­se auf­ru­fen. Mit den zusätz­li­chen Stel­len wer­den wir die NRW-Jus­tiz fit machen auf dem Weg in den papier­lo­sen Rechts­ver­kehr der Zukunft”, so Jus­tiz­mi­nis­ter Tho­mas Kutscha­ty.
 
Ins­ge­samt stockt die Lan­des­re­gie­rung das Per­so­nal net­to – um weg­fal­len­de Stel­len berei­nigt – um 2.665 Arbeits­plät­ze auf 295.648 Stel­len auf, von denen sich 165 durch Ein­nah­men selbst finan­zie­ren. Zwi­schen 2014 und 2017 hat das Land damit gezielt in Bil­dung und Inne­re Sicher­heit inves­tiert: im Schul­be­reich wur­den seit­dem 7.183 zusätz­li­che Arbeits­plät­ze und bei der Poli­zei 1.389 neue Stel­len geschaf­fen.
 
Auf der ande­ren Sei­te ver­an­schlagt die Lan­des­re­gie­rung ein Steu­er­auf­kom­men von 54,6 Mil­li­ar­den Euro. Bis 2020 sol­len die Steu­er­ein­nah­men auf rund 60,4 Mil­li­ar­den Euro stei­gen. Wei­te­re Ein­nah­men in Höhe von rund 16 Mil­li­ar­den Euro kom­men hin­zu. Somit ste­hen Aus­ga­ben in Höhe von rund 75,6 Mil­li­ar­den Euro Ein­nah­men von ins­ge­samt 76,4 Mil­li­ar­den Euro gegen­über. Unter Berück­sich­ti­gung der in den Aus­ga­ben ent­hal­te­nen Til­gungs­leis­tun­gen von rund 160 Mil­lio­nen Euro ergibt sich für 2020 ein Über­schuss von rund 1 Mil­li­ar­de Euro.
 
Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Haus­halts­ent­wurf 2017 und zur Mit­tel­fris­ti­gen Finanz­pla­nung 2016 bis 2020 fin­den Sie unter fol­gen­dem Link: