Nicht schön reden – aber Hal­tung zeigen

Inte­gra­ti­on war der rote Faden der span­nen­den Ver­an­stal­tung mit vie­len Zuhö­rern, in der Mehr­zahl wich­ti­ge kom­mu­na­le sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Funk­ti­ons­trä­ger aus West­fa­len. Micha­el Hüb­ner, Dors­te­ner Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter und inzwi­schen stell­ver­tre­ten­der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der, leg­te den Grund­stein für eine enga­gier­te Aus­spra­che mit der vor­läu­fi­gen Bilanz des Lan­des NRW. Obwohl sie sich sehen las­sen kann, inhalt­lich wie finan­zi­ell, zeig­ten die kom­mu­na­len Spit­zen in Per­son von Zoer­ner und Bara­now­ski sach­lich und scho­nungs­los auf, dass am Ende der gesam­ten Ket­te, die Gemein­de steht, und, so Bara­now­ski, sich nach wie vor nicht aus­rei­chend unter­stützt sieht. Erfolg­rei­che Inte­gra­ti­on heißt“, so der Gel­sen­kir­che­ner Ober­bür­ger­meis­ter, dass wir neben Kita- und Schul­plät­zen, auch Arbeits­plät­ze bereit­stel­len müs­sen“. Für Gel­sen­kir­chen bedeu­tet das, dass 4 Pro­zent der Bevöl­ke­rung (10.000) inte­griert wer­den müs­sen. Rein rech­ne­risch heißt das, dass 10 (!) neue Grund­schu­len ein­ge­rich­tet wer­den müss­ten.  

Bir­git Zoer­ner teil­te die Ein­schät­zun­gen ihres Kol­le­gen 1:1. Übri­gens machen in Dort­mund wie Gel­sen­kir­chen Bul­ga­ren und Rumä­nen ca. 50 % des Flücht­lings­an­teils aus. Bei­de beklag­ten sich, dass die nöti­gen Auf­ga­ben der Kom­mu­nen mit den Bun­des- und Lan­des­zu­schüs­sen nach wie vor nicht gedeckt sei­en. Die Kri­tik ziel­te aber ein­deu­tig nach Ber­lin. Hier wer­den stän­dig Mel­dun­gen über groß­zü­gi­ge Zuschüs­se pro­du­ziert, die aber manch­mal irre­füh­rend sind, bzw. nicht aus­rei­chen“, so Micha­el Hüb­ner. Neben den huma­ni­tä­ren Aspek­ten wur­de auch die poli­ti­sche Dimen­si­on der Flucht­be­we­gung nach Euro­pa inten­siv behan­delt. Tenor: Die SPD muss Hal­tung und Stand­fes­tig­keit bewah­ren. Sie darf das Pro­blem nicht schön reden, aber auch nicht vor den Popu­lis­ten einknicken. 

Die Regio­nal­kon­fe­renz zeig­te deut­lich auf, dass Gesprächs­be­darf in der Par­tei besteht und sie mehr als bis­her betei­ligt wer­den will. Ein wich­ti­ger Aspekt für die Man­dats­trä­ger in der EU, dem Land und Bund. Aber auch für die Stadt­ver­bän­de und Ortsvereine. 

Schwer­punk­te der fol­gen­den Dis­kus­si­on (Aus­zug):

  • Wir brau­chen drin­gend ein Einwanderungsgesetz
  • Die SPD muss sich klar posi­tio­nie­ren und den Unter­schied zur Uni­on deut­lich machen
  • Wer Ober­gren­zen will, muss eine Haus­num­mer nennen
  • Die Hand­lungs­fä­hig­keit der Kom­mu­nen muss bewahrt werden
  • Trau­ma­ti­sie­rungs­be­hand­lung ist eine zusätz­li­che Herausforderung
  • Neben dem Flücht­lings­pro­blem dür­fen die ande­ren kom­mu­na­len Fel­der nicht ver­nach­läs­sigt werden
  • Rück­füh­rung der nicht aner­kann­ten Asyl­be­wer­ber sofort. Erfah­rung: Wenn der Zeit­raum zu lan­ge ist, wird eine erfolg­rei­che Rück­füh­rung fast unmöglich
  • Appell der Kom­mu­nen an die Bundesregierung/​den Bun­des­tag: Wir hel­fen euch, jetzt helft bit­te auch uns!
  • Fra­gen zur Inte­gra­ti­on: Was wol­len wir? Wie wol­len wir das? Wie kön­nen wir das? Was ist unser Ziel? Wer bezahlt was?