Sozia­len Frie­den bewahren!

Die Vor­schlä­ge der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Städ­te- und Gemein­de­bun­des in NRW und im Bund zur Ein­rich­tung von Tran­sit­zo­nen sind nicht mit der Mei­nung der Kom­mu­nen gleich­zu­set­zen. Selbst in den Ver­bän­den sei­en die­se Vor­schlä­ge nicht durch ent­spre­chen­de Beschlüs­se abge­deckt. Wir brau­chen nicht täg­lich neue Vor­schlä­ge, deren Umset­zung kei­ne Chan­ce haben. Wir kön­nen weder ein­fach die Gren­zen schlie­ßen noch Tran­sit­zo­nen ein­rich­ten, in denen die Flücht­lin­ge wie Gefan­ge­ne fest­ge­setzt wer­den“, so Daldrup.

Im Kern lie­gen die Lösun­gen auf inter­na­tio­na­ler und euro­päi­scher Ebe­ne. Gren­zen dicht“ sei kein Kon­zept, son­dern erwe­cke den fal­schen Ein­druck von Lösungs­we­gen, die wir nicht gehen kön­nen. Es sei ziem­lich dane­ben, die Debat­te mit der­art schar­fen Tönen zuzu­spit­zen, wie dies der­zeit gesche­he. Das wird gewiss auch von einer gro­ßen Zahl der Kom­mu­nen nicht anders gesehen.

Bis Mit­te Okto­ber sei­en fast 570.000 Asyl­su­chen­de bun­des­weit ver­zeich­net, von denen rund 126.00 in NRW auf­ge­nom­men wor­den sind. Mit den Son­der­zu­gän­gen von Flücht­lin­gen, die in Bay­ern ange­kom­men sind, hat NRW bis Mit­te Okto­ber fast 202.000 Asyl­be­geh­ren­den auf­ge­nom­men. Für sol­che gro­ße Zah­len gibt es kei­ne Ver­gleichs­zeit­räu­me in NRW. Teil­wei­se wer­den monat­lich mehr Asyl­be­geh­ren­de auf­ge­nom­men als in frü­he­ren Jah­ren insgesamt. 

Was Ehren- und Haupt­amt­li­che leis­ten, kann nicht hoch genug geschätzt wer­den, zeit­wei­lig sei­en nicht mehr genug Hefe­rin­nen und Hel­fer in den sozia­len Orga­ni­sa­tio­nen zu fin­den. Die prak­ti­schen Schrit­te, die vom Bund und Län­dern beschlos­sen wor­den sind, müs­sen zügig umge­setzt wer­den und nicht durch immer neue Vor­schlä­ge ver­schärft werden. 

Ich habe kei­nen Zwei­fel dar­an, dass die Lan­des­re­gie­rung die Mit­tel des Bun­des für die Flücht­lin­ge  (670,- €/M.) eben­so wei­ter­lei­tet wie die erfor­der­li­chen Hil­fen für unbe­glei­te­te Jugend­li­che“, ergänzt Bern­hard Dal­drup weiter.

Auch wenn das Maß­nah­men­pa­ket des Bun­des nicht abge­schlos­sen sei, ent­hal­te es doch vie­le Maß­nah­men, deren zügi­ge Umset­zung für die kon­kre­te Situa­ti­on sehr viel hilf­rei­cher ist, als täg­lich neue Vor­schlä­ge, die die Stim­mung eher verschärfen.