Ergeb­nis­se der Bespre­chung der Bun­des­kanz­le­rin mit den Regie­rungs­chefin­nen und Regie­rungs­chefs der Länder

Beschluss zum Download Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re tra­fen sich im Kanz­ler­amt mit den Minis­ter­prä­si­den­ten der Län­der sowie dem Vor­stands­vor­sit­zen­den der Bun­des­agen­tur für Arbeit und neu­en Lei­ter des Bun­des­am­tes für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge, Frank-Jür­gen Wei­se. Auf der Tages­ord­nung des zwei­ten Bund-Län­der-Tref­fens inner­halb von zwei Wochen stan­den Ent­schei­dun­gen zu Gesetz­ge­bungs- und Finanz­fra­gen im Mittelpunkt.

Huma­ni­tä­re, admi­nis­tra­ti­ve und finan­zi­el­le Herausforderungen

Wir allein in Deutsch­land kön­nen die Her­aus­for­de­rung die Flücht­lings­pro­ble­me nicht lösen.” beton­te Mer­kel. Sie for­der­te erneut Soli­da­ri­tät in Euro­pa ein. Die Bun­des­re­gie­rung und die Län­der­chefs sind sich einig, dass vor allem die Flucht­ur­sa­chen bekämpft wer­den müssen.
2015 wer­den in Deutsch­land rund 800.000 Flücht­lin­ge erwar­tet. Das sind mehr als je zuvor in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik. Bund, Län­der und Kom­mu­nen ste­hen vor gro­ßen huma­ni­tä­ren, admi­nis­tra­ti­ven und finan­zi­el­len Herausforderungen.

Sach­leis­tun­gen

Solan­ge die Flücht­lin­ge in Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen unter­ge­bracht sind, wird der Bar­geld­be­darf soweit mög­lich durch Sach­leis­tun­gen ersetzt.
Für voll­zieh­bar Aus­rei­se­pflich­ti­ge wer­den die Leis­tun­gen gekürzt. Die Vor­aus­zah­lung von Geld wird auf höchs­tens einen Monat begrenzt. Mög­li­che Fehl­an­rei­ze wer­den besei­tigt, sag­te Bun­de­kanz­le­rin Merkel.

West­bal­kan-Län­der wer­den siche­re Herkunftsstaaten

Wir haben uns auf siche­re Her­kunfts­län­der geei­nigt”, sag­te die Bun­des­kanz­le­rin. Alba­ni­en, Koso­vo und Mon­te­ne­gro sol­len zu siche­ren Her­kunfts­staa­ten erklärt wer­den. Aus­sichts­lo­se Asyl­an­trä­ge von Antrag­stel­lern aus die­sen Staa­ten kön­nen schnel­ler bear­bei­tet wer­den. Somit kann auch der Auf­ent­halt in Deutsch­land in kür­ze­rer Zeit been­det werden.
Asyl­an­trä­ge aus die­sen Staa­ten sind im ver­gan­ge­nen Jahr stark ange­stie­gen. Mehr als neun von zehn Anträ­gen sind erfolg­los. Auch wenn Alba­ni­en, Koso­vo und Mon­te­ne­gro zu siche­ren Her­kunfts­staa­ten erklärt wor­den sind, hat der Asyl­be­wer­ber immer noch die Mög­lich­keit, sei­ne Ver­fol­gung im Ein­zel­fall darzulegen.

Finan­zi­el­le Mit­tel vom Bund

Wir brau­chen eine fai­re Ver­tei­lung der Las­ten”, sag­te Mer­kel. Der Bund betei­ligt sich struk­tu­rell, dau­er­haft und dyna­misch an den Kos­ten, die bei der Auf­nah­me der Asyl­be­wer­ber und Flücht­lin­ge ent­ste­hen. Künf­tig unter­stützt der Bund die Län­der mit einer Pau­scha­le von 670 Euro pro Flücht­ling und Monat. Die­se Mit­tel flie­ßen von der Regis­trie­rung bis zum Abschluss des Verfahrens.
Damit wer­de ein atmen­des Sys­tem” geschaf­fen, das sich an der Dau­er der Asyl­ver­fah­ren und der Zahl der Flücht­lin­ge ori­en­tiert. Der Bund über­nimmt zwei Risi­ken: für die Bear­bei­tungs­dau­er und für die Zahl der Asyl­be­wer­ber”, sag­te Mer­kel. Zudem betei­li­ge sich der Bund mit 500 Mil­lio­nen Euro am sozia­len Woh­nungs­bau und gebe 350 Mil­lio­nen Euro für unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge. Auch das frei­wer­den­de Betreu­ungs­geld kom­me den Län­dern zugute.
Quel­le: Bun​des​re​gie​rung​.de