Lan­des­re­gie­rung stellt 900 Mil­lio­nen Euro zusätz­lich für Flücht­lin­ge bereit

Finanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­ter-Bor­jans: NRW ent­las­tet mit Hilfs­pa­ket Kom­mu­nen und Lan­des­be­hör­den ohne neue Kre­di­te aufzunehmen“

Die Lan­des­re­gie­rung von Nord­rhein-West­fa­len will in einem 3. Nach­trags­haus­halt 2015 zusätz­lich gut 900 Mil­lio­nen Euro für die Flücht­lings­hil­fe bereit­stel­len. Nach dem Kabi­netts­be­schluss soll der Land­tag in einem abge­kürz­ten Ver­fah­ren über die aktua­li­sier­te Pla­nung für das lau­fen­de Jahr abstim­men, so dass das Geld schon Anfang Okto­ber den Kom­mu­nen und Lan­des­be­hör­den zur Ver­fü­gung ste­hen kann. 

Mit dem Hilfs­pa­ket schaf­fen wir die Vor­aus­set­zung, dass wir Flücht­lin­gen ein men­schen­wür­di­ges Unter­kom­men und eine drin­gend not­wen­di­ge Inte­gra­ti­on bie­ten kön­nen. Dafür bringt die Lan­des­re­gie­rung 900 Mil­lio­nen Euro auf – ohne neue Kre­di­te auf­zu­neh­men“, sag­te Finanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­ter-Bor­jans. Am Ende erfor­dern die inter­na­tio­na­len Kon­flik­te und Kri­sen aber einen finan­zi­el­len Kraft­akt, den Län­der und Kom­mu­nen nicht allein stem­men kön­nen. Wir pochen dar­auf, dass sich der Bund end­lich betei­ligt – und zwar deut­lich stär­ker als bis­her angekündigt.“ 

Nach aktu­el­len Schät­zun­gen wer­den 170.000 Flücht­lin­ge in die­sem Jahr allein in NRW erwar­tet. Von den dafür ein­ge­plan­ten Mehr­aus­ga­ben ent­fal­len mit 863 Mil­lio­nen Euro der Löwen­an­teil auf das Innen­mi­nis­te­ri­um: Allein 313 Mil­lio­nen Euro setzt die Lan­des­re­gie­rung für Auf­nah­me, Trans­port und Ver­sor­gung von Asyl­be­wer­bern an. Wei­te­re 152 Mil­lio­nen Euro stellt das Land für bis zu 50.000 Unter­kunfts­plät­ze bereit. Mit 217 Mil­lio­nen Euro sol­len die Kom­mu­nen ent­las­tet wer­den, indem sie Kos­ten für die zuneh­men­de Zahl von Flücht­lin­gen nach einem aktu­el­le­ren Stand (Vor­zie­hen des Stich­tags) abrech­nen können. 

Das Schul­mi­nis­te­ri­um kann mit 35 Mil­lio­nen Euro 2.625 Leh­rer­stel­len ein­rich­ten, um Unter­richt für Flücht­lings­kin­der zu gewähr­leis­ten. 380 Kräf­te sol­len in den Bezirks­re­gie­run­gen ehren­amt­li­che Hel­fer bei der 

Betreu­ung der Asyl­be­wer­ber ent­las­ten. Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um wird mit 76 Stel­len im Bereich der Ver­wal­tungs­ge­richts­bar­keit für schnel­le­re Asyl­ver­fah­ren sor­gen. Ins­ge­samt wer­den durch den 3. Nach­trags­haus­halt 3.102 Stel­len geschaffen. 

Die zusätz­li­chen Aus­ga­ben wer­den durch pro­gnos­ti­zier­te Steu­er­mehr­ein­nah­men in glei­cher Höhe aus­ge­gli­chen. Bis Jah­res­en­de stei­gen die Ein­nah­men dem­nach auf 63,4 Mil­li­ar­den Euro. Wal­ter-Bor­jans: Wir pla­nen trotz hoher Belas­tun­gen mit einer unver­än­der­ten Neu­ver­schul­dung von 1,9 Mil­li­ar­den Euro. Das ver­dan­ken wir stei­gen­den Steu­er­ei­nah­men und einer rea­lis­ti­schen Ein­nah­menschät­zung. Damit wider­le­gen wir ein­mal mehr alle Zweck-Pes­si­mis­ten in der Oppo­si­ti­on, die schon unse­re ursprüng­li­che nied­ri­ge­re Ein­nah­men-Pro­gno­se als Wunsch­den­ken gegei­ßelt haben.“

Die Lan­des­re­gie­rung bringt den Nach­trags­haus­halt am 30.09.2015 in einem abge­kürz­ten Ver­fah­ren, das par­tei­über­grei­fend unter­stützt wird, in den Land­tag ein. Er soll bereits am 01.10.2015 beschlos­sen wer­den, damit die Finanz­hil­fe für Flücht­lin­ge unmit­tel­bar bereit steht und die bewil­lig­ten Stel­len schnellst­mög­lich besetzt wer­den können.