Die Mit­tel­ver­tei­lung nach dem Stär­kungs­pakt­ge­setz ist für die Jah­re 2011 und 2012 verfassungskonform

Die pflich­tig teil­neh­men­de Beschwer­de­füh­re­rin rügt eine Ver­let­zung des inter­kom­mu­na­len Gleich­be­hand­lungs­ge­bots durch eine feh­ler­haf­te Ver­tei­lung die­ser Hil­fen in den Jah­ren 2011 und 2012 auf der Grund­la­ge sta­tis­ti­scher Haus­halts­da­ten der Kom­mu­nen, die sich nach Ver­ab­schie­dung des Geset­zes als feh­ler­haft erwie­sen haben. Nach Über­prü­fung der sta­tis­ti­schen Daten, die zur Berech­nung der soge­nann­ten struk­tu­rel­len Lücken her­an­ge­zo­gen wor­den waren, bedurf­te es bei 25 von 34 pflich­tig teil­neh­men­den Gemein­den einer Kor­rek­tur der Kon­so­li­die­rungs­hil­fe um mehr als 10 %. Der Beschwer­de­füh­re­rin hät­ten im Jahr 2012 neben der gesetz­li­chen Kon­so­li­die­rungs­hil­fe von 784.777,68 Euro wei­te­re Mit­tel in Höhe von zusätz­lich 2.891.989,66 Euro zuge­stan­den. Nach der Kor­rek­tur der Daten hat der Gesetz­ge­ber die Mit­tel­ver­tei­lung für die Zeit ab 2013 in einem Ände­rungs­ge­setz angepasst.
Nach Auf­fas­sung des Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs ver­stieß die Mit­tel­ver­tei­lung des Stär­kungs­pakt­ge­set­zes in der Fas­sung bis zum Inkraft­tre­ten des Ände­rungs­ge­set­zes vom 16. Juli 2013 (GV. NRW. S. 489) für die Jah­re 2011 und 2012 nicht gegen das inter­kom­mu­na­le Gleich­be­hand­lungs­ge­bot. Zwar lie­ge eine objek­ti­ve Ungleich­be­hand­lung der Beschwer­de­füh­re­rin gegen­über ande­ren Kom­mu­nen mit struk­tu­rel­lem Haus­halts­de­fi­zit vor. Die­se sei – so Prä­si­den­tin Dr. Brandts – jedoch gerecht­fer­tigt, weil der Gesetz­ge­ber in dring­li­cher Lage unter Her­an­zie­hung finanz­wis­sen­schaft­li­chen Sach­ver­stan­des auf Basis der best­mög­lich ver­füg­ba­ren Daten­la­ge ent­schie­den habe. Schnel­les Han­deln sei bei Ver­ab­schie­dung des Geset­zes Ende 2011 beson­ders des­halb not­wen­dig gewe­sen, weil die Kre­dit­wür­dig­keit not­lei­den­der Kom­mu­nen in Fra­ge gestellt und des­halb befürch­tet wor­den sei, die­se könn­ten auf dem Finanz­markt künf­tig kei­ne Kre­dit­mit­tel mehr erlan­gen oder nur noch sol­che mit erheb­li­chem Risikozinsaufschlag.
VerfGH 24/12
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