Gel­sen­kir­chens Ober­bür­ger­meis­ter Frank Bara­now­ski for­dert Zusa­gen aus dem Koali­ti­ons­ver­trag ein

Gel­sen­kir­chens Ober­bür­ger­meis­ter Frank Bara­now­ski hat­te die Ber­lin­rei­se mit initi­iert, damit das Ruhr­ge­biet bewusst zu Beginn der Regie­rungs­zeit der gro­ßen Koali­ti­on, sei­nen Stand­punkt deut­lich machen kann: Die Ruhr­ge­biets­städ­te sind in die Offen­si­ve gegan­gen, um die im Koali­ti­ons­ver­trag zuge­sag­te Unter­stüt­zung für die Kom­mu­nen einzufordern.“
Bei allen Gesprä­chen sowohl mit Regie­rungs­ver­tre­tern als auch mit Abge­ord­ne­ten stand die Bun­des­be­tei­li­gung an der Ein­glie­de­rungs­hil­fe an ers­ter Stel­le. Alle Städ­te­ver­tre­ter haben kei­nen Zwei­fel dar­an gelas­sen, dass sie – wie im Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bart – spä­tes­tens ab 2017 mit der Ent­las­tung in Höhe von 5 Mrd. Euro bun­des­weit rech­nen. In den bei­den Jah­ren davor soll es jeweils eine Mil­li­ar­de Euro geben. Dass die­se Ver­ein­ba­rung für die Finan­zen der Kom­mu­nen abso­lut unver­zicht­bar ist, mach­te Ober­bür­ger­meis­ter Frank Bara­now­ski per­sön­lich auch gegen­über Vize­kanz­ler Sig­mar Gabri­el deutlich.
Frank Bara­now­ski: Die zuge­sag­ten Sum­men dür­fen jetzt nicht im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ver­früh­stückt‘ wer­den, son­dern müs­sen in Euro und Cent bei den Kom­mu­nen ankommen.“
Auf vie­le Städ­te kom­men im Zusam­men­hang mit der Zuwan­de­rung aus Süd­ost­eu­ro­pa erheb­li­che finan­zi­el­le Belas­tun­gen zur Finan­zie­rung von Inte­gra­ti­on und öffent­li­cher Ord­nung zu. Bei den Gesprä­chen wur­de deut­lich, dass für die Her­kunfts­län­der vor­ge­se­he­ne Mit­tel der EU nicht abge­ru­fen wor­den sind. Die­se Gel­der wer­den von den Kom­mu­nen im Ruhr­ge­biet zur Umset­zung der zusätz­li­chen Auf­ga­ben drin­gend benö­tigt. Es sol­len nun Wege gefun­den wer­den, den betrof­fe­nen Kom­mu­nen einen Zugriff auf die­se nicht abge­ru­fe­nen Finan­zen mög­lich zu machen.
Inten­siv wur­de in Ber­lin auch über die Infra­struk­tur der Städ­te gespro­chen. Hier mach­ten die Ober­bür­ger­meis­ter und Land­rä­te deut­lich, dass es nicht nur auf den Bun­des- und Lan­des­stra­ßen einen hohen Sanie­rungs­stau gibt. Zur Auf­recht­erhal­tung der für das Ruhr­ge­biet so immens wich­ti­gen Ver­kehrs­in­fra­struk­tur sind gro­ße Inves­ti­tio­nen not­wen­dig. Hier bedarf es der Unter­stüt­zung durch Bund und Land.
In Bezug auf den Soli­dar­bei­trag mach­te Gel­sen­kir­chens Ober­bür­ger­meis­ter Frank Bara­now­ski deut­lich, dass die Aus­schüt­tung ab 2019 nicht mehr nach Him­mels­rich­tung erfol­gen darf: Das Geld muss dahin flie­ßen, wo es benö­tigt wird!“
Ins­ge­samt ist Ober­bür­ger­meis­ter Frank Bara­now­ski zuver­sicht­lich, dass die Stim­me des Ruhr­ge­biets in Ber­lin gehört wor­den ist. Wir haben sehr deut­lich gemacht, wie wir die Umset­zung des Koali­ti­ons­ver­trags sehen und wel­che Ver­ein­ba­run­gen für das Ruhr­ge­biet unver­zicht­bar sind. Wir wer­den genau beob­ach­ten, wie die ein­zel­nen Punk­te aus­ge­führt wer­den und uns bestimmt wie­der hör­bar zu Wort mel­den. Dazu haben wir abschlie­ßend eine Wei­ter­füh­rung der Gesprä­che ver­ein­bart“.
—– Pres­se­mit­tei­lung der SGK NRW vom 9.12.2013

Koali­ti­ons­ver­trag: Fort­schritt für die Kommunen
Eben­so wie auf Bun­des­ebe­ne und in Über­ein­stim­mung mit allen kom­mu­na­len
Spit­zen­ver­bän­den begrüßt auch die SGK NRW den Koalitionsvertrag.

Die Unter­stüt­zung für die Kom­mu­nen bringt end­lich die lan­ge not­wen­di­ge Ent­las­tung von den Sozi­al­aus­ga­ben und hilft, die Inves­ti­ti­ons­kraft der Städ­te und Gemein­den wie­der zu stär­ken”, so Frank Bara­now­ski, SGK-Lan­des­vor­sit­zen­der und Ober­bür­ger­meis­ter von Gelsenkirchen.“Die Ent­las­tung von 5 Mrd. Euro bei der Ein­glie­de­rungs­hil­fe, die Inves­ti­tio­nen in die Infra­struk­tur, die Stär­kung der Städ­te­bau­för­de­rung und die zusätz­li­chen Mit­tel für Kita-Aus­bau und Schu­len sind not­wen­di­ge Maß­nah­men, die die Kom­mu­nen drin­gend benö­ti­gen”, so Baranowski.

Die­se Koali­ti­ons­ver­ein­ba­rung tra­ge im kom­mu­nal­po­li­ti­schen Teil eine deut­li­che sozi­al-demo­kra­ti­sche Hand­schrift, heißt es nach den Bera­tun­gen im SGK-Lan­des­vor­stand zu den zahl­rei­chen Ver­bes­se­run­gen im Koali­ti­ons­ver­trag. Vor die­sem Hin­ter­grund erwar­ten die SPD-Kom­mu­na­len auch die Unter­stüt­zung durch die SPD-Mit­glie­der. Dies gel­te umso mehr als die Maß­nah­men für die Kom­mu­nen nicht unter einem Finan­zie­rungs­vor­be­halt stün­den und als soge­nann­te prio­ri­tä­re Maß­nah­men” damit finan­zi­ell abge­si­chert seien.

Was der Koali­ti­ons­ver­trag ver­spre­che, müs­se jetzt aller­dings auch in kon­kre­te Poli­tik gegos­sen wer­den: Die Kom­mu­na­len erwar­ten des­halb von Bund und Land, dass sie gemein­sam an einer zügi­gen Umset­zung der Ver­ein­ba­run­gen arbei­ten. Wir kön­nen bei der Ein­glie­de­rungs­hil­fe nicht bis 2017 war­ten, son­dern brau­chen die Ent­las­tung spä­tes­tens ab 2016”, for­dert Bara­now­ski. Die Zusa­ge im Koali­ti­ons­ver­trag, jähr­lich 1 Mrd. auf­zu­brin­gen, um den Kom­mu­nen schon ab 2015 zu hel­fen, wer­ten die Kom­mu­na­len aller­dings als Zei­chen des guten Willens.

Mit Sig­mar Gabri­el und Han­ne­lo­re Kraft hät­ten die Kom­mu­na­len star­ke Ver­bün­de­te bei den Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen gehabt, die wis­sen, wel­che Her­aus­for­de­run­gen die Kom­mu­nen in NRW in den kom­men­den Jah­ren zu bewäl­ti­gen haben. Des­halb erwar­te die SGK auch, dass sich Bund und Land schnell bei den The­men eini­gen, die kurz­fris­tig zu bewäl­ti­gen sind. Bei der Fort­füh­rung der Schul­so­zi­al­ar­beit brau­chen wir umge­hend Klar­heit”, so Bara­now­ski und auch die im Ver­trag eröff­ne­te Mög­lich­keit, die Zuwan­de­rung aus Süd­ost­eu­ro­pa sozi­al­ver­träg­lich zu steu­ern, müs­se umge­hend geschaf­fen werden.

Im Ergeb­nis sind die SPD-Kom­mu­nal­po­li­ti­ker mit dem Ver­trag zufrie­den: Die SPD habe sich mit dem Ver­trag erkenn­bar als Par­tei der Städ­te und Gemein­den pro­fi­liert. Im bevor­ste­hen­den Kom­mu­nal-wahl­kampf kön­ne damit Rücken­wind für die SPD aus­ge­löst wer­den. Bund und Land ste­hen auf der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Sei­te der Kom­mu­nal­po­li­tik. Das muss in den kom­men­den Wochen und Mona­ten kon­kret ver­mit­telt wer­den”, erklärt Frank Baranowski.