SPD-Ober­bür­ger­meis­ter for­dern: Hän­de Weg von der Gewerbesteuer”

Dazu erklä­ren Ober­bür­ger­meis­ter Frank Bara­now­ski, Bür­ger­meis­ter Tho­mas Bey­er, Ober­bür­ger­meis­te­rin Char­lot­te Britz, Ober­bür­ger­meis­ter Nor­bert Bude, Ober­bür­ger­meis­ter Micha­el Ebling, Ober­bür­ger­meis­ter Peter Feld­mann, Ober­bür­ger­meis­ter Ivo Gön­ner, Ober­bür­ger­meis­ter Melf Grantz, Ober­bür­ger­meis­ter Bert­ram Hil­gen, Ober­bür­ger­meis­ter Burk­hard Jung, Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Peter Kurz, Ober­bür­ger­meis­te­rin Bar­ba­ra Lud­wig, Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ulrich Maly, Ober­bür­ger­meis­ter Klaus Mohrs, Ober­bür­ger­meis­te­rin Dag­mar Müh­len­feld, Ober­bür­ger­meis­ter Jür­gen Roters, Bür­ger­meis­ter Roland Schä­fer, Ober­bür­ger­meis­ter Ull­rich Sier­au, Ober­bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Ude:
Die Kom­mu­nen in Deutsch­land kön­nen auf die Gewer­be­steu­er nicht ver­zich­ten. Sie hat sich als wich­tigs­te kom­mu­na­le Steu­er­ein­nah­me bewährt. Sie trägt gera­de im lang­fris­ti­gen Ver­gleich maß­geb­lich zur Finanz­kraft der Städ­te und Gemein­den bei. Als wirt­schafts­kraft­ab­hän­gi­ge Steu­er stellt sie zudem einen not­wen­di­gen Bezug zwi­schen Unter­neh­men und der kom­mu­na­len Infra­struk­tur her. Kei­ne Alter­na­ti­ve – auch nicht das erneut von Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäub­le vor­ge­schla­ge­ne kom­mu­na­le Hebe­satz­recht auf die Ein­kom­mens­steu­er – erbräch­te einen ver­gleich­ba­ren Nut­zen. Im Gegen­teil: Die Kom­mu­nen erlit­ten dau­er­haft einen struk­tu­rel­len Ver­lust auf­grund der gerin­ge­ren Ertrags­dy­na­mik ande­rer Steu­ern und Einnahmen.

Im Jahr 2012 betru­gen die Gewer­be­steu­er­ein­nah­men über 30 Mrd. Euro und mach­ten damit mehr als 40% der kom­mu­na­len Steu­er­ein­nah­men aus. Eine Abschaf­fung die­ser Steu­er wür­de Bür­ge­rin­nen und Bür­gern zur Kas­se bit­ten. Die Kom­mu­nen wären gezwun­gen, die Ein­kom­men­steu­er mit einem begrenz­ten kom­mu­na­len Hebe­satz­recht zu erhö­hen, um den Ver­lust der wich­tigs­ten ört­li­chen Steu­er­ein­nah­me wenigs­tens teil­wei­se aus­glei­chen zu können.

Nicht umsonst wur­de die­ses Modell schon in der 2011 abge­schlos­se­nen Gemein­de­fi­nanz­kom­mis­si­on in brei­tem Kon­sens ver­wor­fen. Unter­su­chun­gen hat­ten erge­ben, dass es für vie­le Kom­mu­nen zu erheb­li­chen Steu­er­ver­lus­ten käme und dar­un­ter vor allem ein­kom­men­steu­er­schwa­che Kom­mu­nen lei­den wür­den. Kom­mu­nen gerie­ten in gro­ßem Umfang in die Rol­le von Zuwen­dungs­emp­fän­gern und auf der loka­len Ebe­ne ver­schö­ben sich Las­ten von der Wirt­schaft hin zu den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern. Dem­ge­gen­über resul­tier­ten in der Ver­gan­gen­heit die Schwan­kun­gen bei den Gewer­be­steu­er­ein­nah­men zu einem wesent­li­chen Teil aus steu­er­recht­li­chen Ände­run­gen und waren nicht allein der Kon­junk­tur geschuldet.

Der erneu­te Vor­stoß zur Abschaf­fung der Gewer­be­steu­er durch Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäub­le ist ein Angriff auf die Finanz­kraft der Kom­mu­nen und deren Nach­hal­tig­keit. Die nächs­te Legis­la­tur­pe­ri­ode nach dem 22. Sep­tem­ber darf nicht zum Schau­platz einer Schmä­le­rung der kom­mu­na­len Finanz­ba­sis wer­den. Viel­mehr muss die nächs­te Bun­des­re­gie­rung die Finanz­la­ge der Städ­te, Gemein­den und Krei­se auf der Ein­nah­me- und der Aus­ga­ben­sei­te grund­le­gend und zuver­läs­sig ver­bes­sern. Aus Sicht der Kom­mu­nen ist das ein wahl­ent­schei­den­des Thema.

Erfor­der­lich ist des­halb die Sta­bi­li­sie­rung und Ver­ste­ti­gung der Gewer­be­steu­er. Zugleich sind die Städ­te, Gemein­den und Krei­se wei­ter von Sozi­al­aus­ga­ben zu ent­las­ten, vor allem durch die Über­nah­me von Kos­ten der Ein­glie­de­rungs­hil­fe für Men­schen mit Behin­de­run­gen durch den Bund. Denn sta­bi­le Ein­nah­men und eine gerech­te Aus­ga­ben­ver­tei­lung bil­den die Vor­aus­set­zung für star­ke Kom­mu­nen in allen Tei­len unse­res Lan­des, die vor Ort eine leis­tungs­fä­hi­ge Daseins­vor­sor­ge und Infra­struk­tur bereit stel­len kön­nen. Damit schaf­fen sie Stand­ort­be­din­gun­gen, die gera­de auch Unter­neh­men brau­chen, um erfolg­reich zu sein.