Frank Bara­now­ski: Wech­sel im Bund steht auf unse­rer Lis­te ganz oben“

Die Kom­mu­nal­fi­nan­zen bil­de­ten erwar­tungs­ge­mäß einen der Schwer­punk­te der dies­jäh­ri­gen SGK-Lan­des­de­le­gier­ten­ver­samm­lung in Dort­mund. Der mit über­wäl­ti­gen­der Mehr­heit wie­der­ge­wähl­te SGK-Lan­des­vor­sit­zen­de Frank Bara­now­ski, lob­te in sei­nem Rechen­schafts­be­richt die Lan­des­re­gie­rung, stell­te aber auch wei­ter­ge­hen­de Forderungen.
Im Zen­trum der Kri­tik steht zunächst die Bun­des­re­gie­rung, die die Kom­mu­nen wei­ter­hin mit der Finan­zie­rung der Sozi­al­las­ten weit­ge­hend allein las­se. Ohne die NRW-Lan­des­re­gie­rung und die SPD wären die Ent­las­tun­gen bei der Grund­si­che­rung im Alter, an denen sich der Bund jetzt schritt­wei­se betei­ligt, nicht erreicht wor­den.“ Frank Bara­now­ski lob­te die Lan­des­re­gie­rung auch dafür, dass der Bun­des­re­gie­rung in den Ver­hand­lun­gen zum Fis­kal­pakt eine grund­sätz­li­che Zusa­ge zur Betei­li­gung an den Kos­ten der Ein­glie­de­rungs­hil­fe für Men­schen mit Behin­de­run­gen abge­trotzt“ wer­den konnte.
Auf Lan­des­ebe­ne stün­den sich Land und Kom­mu­nen wie­der auf glei­cher Augen­hö­he“ gegenüber.
Mit dem Akti­ons­plan Kom­mu­nal­fi­nan­zen wür­den den Kom­mu­nen wie­der jähr­lich mehr als 300 Mil­lio­nen Euro zuflie­ßen, die die schwarz-gel­be Lan­des­re­gie­rung gestri­chen habe. Die Kom­mu­nen wür­den an den Steu­er­mehr­ein­nah­men betei­ligt und das Gemein­de­fi­nan­zie­rungs­ge­setz befin­de sich 2013 mit 8,7 Mrd. Euro auf Rekord­hö­he. Das finan­zi­ell größ­te Pro­jekt, der Stär­kungs­pakt Stadt­fi­nan­zen mit einem Gesamt­vo­lu­men von 5,85 Mrd. Euro in zehn Jah­ren, sei eine wirk­sa­me Hil­fe, aber dennoch:
Wir müs­sen gemein­sam dafür sor­gen, dass die wei­te­re Finan­zie­rung der soge­nann­ten zwei­ten Stu­fe nicht allein bei den Kom­mu­nen liegt. Es wür­de die inter­kom­mu­na­le Soli­da­ri­tät einer untrag­ba­ren Belas­tung aus­set­zen“, so der Lan­des­vor­sit­zen­de der SPD-Kom­mu­na­len in NRW.
Kon­kret gemeint ist damit, dass sich das Land nach den 350 Mil­lio­nen Euro der ers­ten Stu­fe auch an der zwei­ten Stu­fe des Stär­kungs­pak­tes mit eige­nem Geld betei­li­gen müs­se. Die jähr­lich 310 Mil­lio­nen Euro, die an die Kom­mu­nen flie­ßen sol­len, könn­ten nicht nur durch Soli­dar­bei­trä­ge“ aus der kom­mu­na­len Fami­lie finan­ziert wer­den. Wir for­dern, dass sich das Land min­des­tens zur Hälf­te an den Kos­ten der zwei­ten Stu­fe des Stär­kungs­pak­tes betei­ligt“, so Bara­now­ski, der damit auch einen ein­stim­mig beschlos­se­nen Antrag der Lan­des­de­le­gier­ten­kon­fe­renz vertritt.
Die Lan­des­re­gie­rung ste­he wei­ter­hin an der Sei­te der Kom­mu­nen, der eigent­li­che Schlüs­sel zu einer nach­hal­ti­gen Bekämp­fung der kom­mu­na­len Finanz­kri­se, dar­an ließ Bara­now­ski kei­nen Zwei­fel auf­kom­men, lie­ge aller­dings in Ber­lin: Wenn wir – auch als SGK – etwas Grund­le­gen­des für unse­re Kom­mu­nen im nächs­ten Jahr errei­chen wol­len, dann steht ein Wech­sel der Bun­des­re­gie­rung auf der Lis­te ganz weit oben“, so der Chef der SPD-Kom­mu­na­len abschließend.