Lan­des­re­gie­rung gibt drän­gen der Kom­mu­nen nach – aber: Das reicht nicht, Herr Wüst!“

NRW-Kom­mu­nal­po­li­ti­ker üben deut­li­che Kri­tik an Landesregierung

Düs­sel­dorf. Mit den ges­tern vor­ge­stell­ten Maß­nah­men gibt die Lan­des­re­gie­rung dem Drän­gen der kom­mu­na­len Fami­lie nach – end­lich! Aller­dings kön­nen die vor­ge­stell­ten Sum­men nur ein ers­ter Schritt sein. Denn die Belas­tun­gen für die Städ­te, Gemein­den und Land­krei­se durch den Ukrai­ne-Krieg und die Pan­de­mie, die inzwi­schen auf eine Grö­ßen­ord­nung von 7 bis 8 Mil­li­ar­den Euro geschätzt wer­den, gehen deut­lich dar­über hin­aus. Des­we­gen reicht das nicht, Herr Wüst!“, erklärt Frank Mey­er, Vor­sit­zen­der der Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Gemein­schaft für Kom­mu­nal­po­li­tik (SGK), der rund 8.500 haupt- und ehren­amt­li­che Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rin­nen und ‑poli­ti­ker in NRW angehören.

Aus Sicht der SPD-Kom­mu­na­len hät­te die­se Unter­stüt­zung schon viel frü­her und vor allem umfang­rei­cher erfol­gen müs­sen. Frank Mey­er: Hät­te die Lan­des­re­gie­rung die aus­ge­streck­te Hand der Bun­des­re­gie­rung bereits im Som­mer ergrif­fen und nicht nach dem Haar in der Sup­pe gesucht, hät­ten wir sehr viel schnel­ler sein kön­nen. Es ist schon ent­täu­schend, dass der Minis­ter­prä­si­dent die kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­de erst Mit­te Novem­ber zu einem Ver­kün­dungs­ter­min‘ ein­lädt – denn anders kann man das nicht bezeich­nen, wenn bereits im Vor­feld eine Pres­se­kon­fe­renz unmit­tel­bar im Anschluss und ohne Rück­sicht auf den Gesprächs­ver­lauf fest­ge­legt wird.“

Die vor­ge­stell­ten Punk­te sind aus Sicht der SGK ledig­lich klei­ne Mosa­ik­stei­ne: Die Lan­des­re­gie­rung hat ange­kün­digt, die lan­des­ei­ge­nen Kapa­zi­tä­ten für geflüch­te­te Men­schen bis Ende des Jah­res auf 30.000 zu erhö­hen. In der der­zei­ti­gen Situa­ti­on wis­sen wir alle, dass das nicht reicht. Min­des­tens 70.000 bis 80.000 Plät­ze sind nötig, damit auch das Land sei­nen Anteil an die­ser Auf­ga­be leis­tet“, erklärt Frank Mey­er. Die Regie­rung tut so, als sei das alles Lan­des­hil­fe. Wahr ist, dass cir­ca die Hälf­te der genann­ten Mit­tel ein­fach nur vom Bund an die Kom­mu­nen durch­ge­lei­tet wird. Die Lan­des­re­gie­rung ist an die­ser Stel­le Post­bo­te, der einen Scheck über­bringt. Dar­über hin­aus erwar­ten wir, dass die Lan­des­re­gie­rung auch beim öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr eige­ne Anstren­gun­gen unter­nimmt, um ins­be­son­de­re – kom­mu­na­le – Ver­kehrs­un­ter­neh­men bei der Bewäl­ti­gung von Coro­na- und Kriegs­fol­gen zu unter­stüt­zen. Es braucht ver­bind­li­che Zusa­gen statt war­mer Wor­te und Ankündigungen. “

Die SGK setzt sich für die wirk­sa­me Unter­stüt­zung der Kom­mu­nen ein – sei es beim The­ma Geflüch­te­te, Ener­gie­kri­se oder Pan­de­mie­fol­gen. Wir hof­fen, dass unse­re Koope­ra­ti­ons­be­reit­schaft dazu führt, dass die Lan­des­re­gie­rung end­lich vor die Lage kommt“, so Frank Mey­er abschließend.