Lan­des­re­gie­rung muss jetzt end­lich handeln!

Düs­sel­dorf. Die SPD-Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rin­nen und ‑poli­ti­ker in NRW (SGK NRW) begrü­ßen in ihrem Beschluss vom heu­ti­gen Tage die Ver­ein­ba­run­gen der Bund-Län­der-Kon­fe­renz zur Ver­tei­lung der Kos­ten für die Kriegs­flücht­lin­gen aus der Ukrai­ne. Aber: Die Hal­tung von Minis­ter­prä­si­dent Wüst, erst mit der Arbeit zu begin­nen, wenn der Bund die Finanz­zu­sa­gen gemacht hat, ist aus kom­mu­na­ler Sicht uner­träg­lich. Hät­ten die Kom­mu­nen in die­ser Form gehan­delt, hät­ten die geflüch­te­ten Men­schen unter Brü­cken schla­fen müs­sen“, wird der SGK-Vor­sit­zen­de und Kre­felds Ober­bür­ger­meis­ter Frank Mey­er deutlich.

Inhalt­lich fin­den die Ver­ein­ba­run­gen Anklang: Ins­be­son­de­re die Ent­schei­dung, dass Kriegs­flücht­lin­ge aus der Ukrai­ne ab 1. Juni 2022 Grund­si­che­rung bekom­men sol­len, fin­det die Zustim­mung der Kom­mu­nen. Die Geflüch­te­ten erhal­ten hier­durch höhe­re Leis­tun­gen und eine bes­se­re Gesund­heits­ver­sor­gung sowie Unter­stüt­zung bei der Inte­gra­ti­on in den Arbeits­markt. Für die­se Lösung hat­ten sich unter ande­rem die Kom­mu­nen stark gemacht.

Dass der Bund zwei Mil­li­ar­den Euro für Län­der und Kom­mu­nen für die­ses Jahr zur Ver­fü­gung stellt, begrüßt Frank Mey­er. Das Geld muss jetzt schnell bei den Kom­mu­nen ankom­men. Allei­ne die Mate­ri­al­be­schaf­fung stellt vie­le Städ­te und Gemein­den vor kaum zu über­win­den­de Hür­den, weil Prei­se explo­die­ren oder die Ver­füg­bar­keit sehr ein­ge­schränkt ist.“

Deut­li­che Kri­tik adres­siert Mey­er in Rich­tung der Lan­des­re­gie­rung: Nach mehr als sechs Wochen Krieg in der Ukrai­ne hat Herr Wüst nach wie vor kein Kon­zept, wie er die Kom­mu­nen bei die­ser gro­ßen Her­aus­for­de­rung effek­tiv unter­stüt­zen will. Ich erwar­te, dass die Beschlüs­se der Kon­fe­renz mit Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz von der Lan­des­re­gie­rung unver­züg­lich umge­setzt werden!“ 

Frank Mey­er ver­weist in dem Zusam­men­hang auf die Abläu­fe in den Nie­der­lan­den. Dort wür­den die Rech­nun­gen, die die Kom­mu­nen im Zusam­men­hang mit der Bewäl­ti­gung des Kriegs in der Ukrai­ne bezah­len müss­ten, direkt an die Admi­nis­tra­ti­on in Den Haag wei­ter­ge­lei­tet und von dort aus­ge­gli­chen. Das ist schnell, unbü­ro­kra­tisch und sorgt dafür, dass die Kom­mu­nen nicht auf Kos­ten sit­zen blei­ben. War­um dies in NRW nicht geht, ist mir ein Rät­sel“, so Meyer.

Auf kei­ner­lei Akzep­tanz bei den Kom­mu­nal­po­li­ti­kern stößt die Grund­hal­tung des Lan­des NRW. Die Lan­des­re­gie­rung sieht sich bei der Bewäl­ti­gung der Fol­gen des Krie­ges wei­ter­hin nicht als Akteur. Sie muss ihre Zuschau­er­rol­le end­lich auf­ge­ge­ben und end­lich selbst aktiv wer­den“, for­dert Meyer.

Beschluss zum Download